Bericht vom 25.08.2007

Der Unfall und die Stoppuhr  
 
Am 25.08. zeigte sich die Eifel wie bereits so oft in diesem Jahr von ihrer besten Seite. Waren es in den letzten beiden Jahren oftmals Regenrennen die man bestreiten durfte, kam man zum wiederholten Mal dieses Jahr  trockenen Fußes ins Ziel. Zwar wäre man mit dem frontangetriebenen Renault Clio bei Regen gegenüber den Hecktrieblern im Vorteil, da jedoch in der Klasse Specials bis 2L Hubraum die Konkurrenz fast ausschließlich mit Frontantrieb am Start ist, würde sich dieser vermeintliche Vorteil sowieso egalisieren. Wenn man dazu noch ganz ehrlich ist, fährt es sich bei Sonnenschein wesentlich angenehmer als bei Nässe. Also waren es heute ideale Voraussetzungen für ein gutes Rennen.

Nach erfolgtem Start hatte das Team in der 3ten Runde einige Schrecksekunden zu überstehen. Der Streckensprecher hatte einen heftigen Abflug von Bastian Hüttinger gemeldet, der bei der letzten Durchfahrt noch kurz vor dem gelben Clio mit Startfahrer Marc Beckord lag. Und Marc war schon 1/2min überfällig. Die schlimmsten Dinge gingen dem Team durch den Kopf. In dem Augenblick kam der Clio aber unbeschädigt um die Kurve vor Start/ Ziel. Nach dem Rennen wurde deutlich, daß beide Fahrer, Marc und Bastian sehr viel Glück gehabt hatten. Das Fahrzeug Bastian Hüttingers hatte sich vor Marc mehrfach überschlagen und wäre beinahe auf dem Dach des Clios gelandet. Nachdem Marc den Schrecken überwunden hatte, hielt er sofort an um nach Bastian zu sehen. In dem Augenblick kletterte dieser schon aus dem Auto und hob den Daumen. Also angeschnallt und weitergefahren. Das Hüttinger-Auto war Schrott, der Fahrer Bastian aber bis auf ein paar blaue Flecken glücklicherweise unverletzt. Im weiteren Rennverlauf brachte Marc Beckord den Clio mit einer schnellen und sicheren Fahrt gut in die Box.

Nachdem beim Boxenstopp Alexander Roth ans Volant gewechselt hatte, galt es die guten Zeiten von Marc Beckord zu halten und die Setzzeit zu bestätigen.
Da es bei der Rundstrecken-Challenge Nürburgring mit darauf ankommt, außer den Sprintrunden die insgesamt 3 zu absolvierenden Setzzeitrunden möglichst in identischer Rundenzeit zu fahren, helfen sich alle Teams und Fahrer, die nicht mit einem weit überdurchschnittlichen Zeitgefühl gesegnet sind, mit einer Stoppuhr, um die Strafpunkte, die bei Zeitüber- und auch Unterschreitung fällig werden zu minimieren oder gar zu egalisieren.
Genau diese Stoppuhr machte leider nach dem Boxenstopp Probleme und sorgte bei Fahrer Alexander für sehr viel Hektik und Kopfzerbrechen. Die erste Runde konnte von ihm nicht zuverlässig gestoppt werden und Alexander war in der Folge 2 Runden lang am rechnen, grübeln und Streckenabschnitte taxieren. Nach Passieren der Ziellinie in der 2ten Runde war er sich eigentlich sicher, daß aufgrund der Strafpunkte das Rennen gelaufen war. Mit ordentlich Wut im Bauch waren dann die Sprintrunden bis ins Ziel mit Top-Zeiten versehen. Insgesamt reichte es für Alexander noch für die schnellste Rundenzeit unter allen gestarteten Renault Clios.

Nun ging das Rechnen und Warten los. Nach Aushang der Ergebnisse war es dann amtlich. 4ter Platz unter 13 Teilnehmern in der Klasse. Das wäre eigentlich ein Grund zur Freude gewesen, hätte man nicht bei genauerem studieren der Abstände festgestellt, daß man ohne die Probleme mit der Stoppuhr locker 2ter hinter dem Team Pink Power geworden wäre.
Wenn man mit etwas Abstand ein Gesamtresumee des Tages zieht, kommt man zu dem Schluß, daß man zufrieden sein sollte. Es hätte mit dem Unfall in Runde 3 schon vorbei sein können. Und wichtiger als die Platzierung und das Material ist immer noch der Mensch.

Da man ja lernfähig ist und Podestplätze zukünftig nicht wegen solcher Kleinigkeiten wie einer Stoppuhr verschenken möchte, startet DFA-Motorsport am 20-21.10.2007 beim Rennen auf der Nürburgring Formel 1 Strecke mit 2 Stoppuhren.

Dieser Einsatz wird der Jahresabschluß für das Team DFA-Motorsport auf der Rennstrecke sein. Allerdings nur auf der Rennstrecke, denn der Ford RS 2000 wird ab November die volle Aufmerksamkeit bekommen. Deutlich umfangreicherere Revionsarbeiten als ursprünglich geplant und einige neue Teile die das Rennfahrzeug technisch nach vorne bringen sollen, haben bereits und werden über die Winterpause weiterhin Einzug finden.
2008 soll dann der RS2000 beweisen, daß die lange und teilweise sehr schwierige Entwicklungsarbeit Früchte getragen hat.