Bericht 21-22.10.2007

Saisonabschluss auf der Nürburgring Formel 1 - Strecke

Bis in die Haarspitzen motiviert war das Team am Freitag Abend am Nürburgring angereist. Nach einigen guten Ergebnissen im Laufe des Jahres wollte man mit dem Start auf der Grand-Prix-Strecke das Top-Ergebnis des Jahres holen.
Die optimistische Stimmung war nicht ohne Grund vorhanden. Schliesslich hatte man einen beim Motorentuner von Grund auf gemachten Basismotor im Gepäck.

Es war ein Wochenende an dem sehr viele Rennveranstaltungen stattfanden. Von Sportwagen, Formelfahrzeugen, GTs und Superkarts über historische Tourenwagen, NSU-TT-Trophy, STT bis hin zum RCN.
Als nach der üblichen Vorbereitung das Rennen um 16.40 Uhr für Startfahrer Alexander Roth begann war schon nach den ersten Kurven klar: Der Motor bringts. Nach Absolvierung der Setzzeitrunde purzelten in Folge die Bestzeiten von Runde zu Runde. Leider nur bis zur Runde 4. In just jener Runde begann in einigen Kurven kurz ein Lämpchen in der Instrumententafel aufzuleuchten. Es war das Lämpchen für den Öldruck. Nach einer Runde leuchtete das Lämpchen permanent. Der Öldruck fiel kontinuirlich. Die Temperaturen waren jedoch in Ordnung, also konnte kein Ölleck vorhanden sein. Auch der Blick in die Rückspiegel offenbarte nichts Besonderes. Der Schluß den Alexander während des Schaltens, Einlenkens und Öldruck beobachtens zog war: Irgendwas im Motorblock. Die Entscheidung die nun Anstand, war eine dieser schwierigen Entscheidungen die während eines Rennens auftreten können, wenn man einen Defekt am Fahrzeug hat, der nicht zum direkten Ausfall führt und man nun abwägen muß was das Fahrzeug noch verkraftet. Diese Entscheidung in einer Wolke aus Adrenalinausschüttung und Abgasdämpfen zu treffen macht das ganze nicht unbedingt einfacher. Die getroffene Entscheidung (es sollte sich später herausstellen) war die goldrichtige.

Alexander entschied sich die Drehzahl kontinuirlich zu senken und den Öldruck weiter zu beobachten um ev. noch bis zu den anstehenden Bestätigungszeitrunden durchzuhalten, damit man, sollte es sich um eine Kleinigkeit handeln kurz reparieren und sofort wieder aus der Box fahren könnte. Als in der letzten Sprintrunde der Öldruck unter 1bar fiel war es nun höchste Zeit an die Box zu kommen um den neuen Motor nicht nachhaltig zu schädigen.

Leider stellte sich an der Box nach kurzer Rücksprache schnell heraus, daß wie schon befürchtet eine schnelle Reparatur und Wiederaufnahme des Rennens nicht in Frage kam.
Es sollte sich bei der späteren Untersuchung des Motors herausstellen, daß die Befestigungsschrauben der Ölpumpe sich gelöst hatten und somit der Schnorchel nicht mehr genug Öl ansaugen konnte um den Öldruck aufrechtzuerhalten. Wäre man nur 1-2 Runden weitergefahren hätte ein Kolbenfresser die Folge sein können. So war die Anfahrt der Box noch rechtzeitig und die Zylinderlaufbahnen waren unversehrt.

Da man diese Erkenntnisse erst später beim Zerlegen des Motors gewann stand man am Samstag Abend vor der Entscheidung was man tun sollte. Es hätte die Möglichkeit bestanden den Clio zu verladen, nach Bochum zu fahren und in einer Nachschicht den Ersatzmotor einzubauen, damit Marc am Sonntag noch den zweiten Lauf in Angriff nehmen hätte können.
Nach langem Diskutieren und Abwägen entschied man sich dafür den schadhaften Motor eingebaut zu lassen um die Beweisbarkeit ggü. dem Motorentuner nicht zu gefährden. Immerhin ging es um einige Tausend Euro.

Somit war das Wochenende zumindest aus renntechnischer Sicht gelaufen. Um sich den Frust trotzdem noch von der Seele fahren zu können entschied man sich am Sonntag die Kartbahn in der Erlebniswelt zu mieten und ein teaminternes Rennen zu fahren. Danach war man zumindest so ausgepowert, daß es einem leichter fiel den Ausfall zu akzeptieren.

Nach dem man noch einen Teil des Rennens und somit auch den unrühmlichen Auftritt der Teilnehmer des Opel OPC Race-Camps verfolgt hatte, machte man sich nun wieder auf den Heimweg. Die einen nach Norden, die anderen nach Süden.

DFA-Motorsport will return in 2008